Häufige Fragen zur Kinderwunschbehandlung

1.) Wie sind die Erfolgsaussichten?

Die natürliche Konzeptionsrate eines völlig gesunden Paares liegt bei 20% pro Eisprung, d.h. dass nur jeder 4. bis 5. Eisprung unter idealen Bedingungen zur Schwangerschaft führt. Als Erfolgsrate einer IVF-Behandlung wird weltweit die Schwangerschaftsrate nach Emryotransfer angesehen.

Im internationalen Vergleich aller IVF-Zentren liegt diese Rate im Durchschnitt bei 25%. Anders gesagt: Jeder vierte bis fünfte Embryotransfer führt zu einer Schwangerschaft. Mit der Zahl der Versuche pro Patientin steigt die Schwangerschaftsrate an.

Nach viermaliger IVF-Behandlung liegt die sogenannte kumulative Schwangerschaftsrate bei ca. 60%. Wie sind die Chancen bei ICSI? Nahezu unabhängig vom Ausgangsspermiogramm kommt es bei mehr als 95% der Zyklen zum Embryotransfer. Die Schwangerschaftsrate pro Embryotransfer liegt bei 25-30%, zum Teil darüber.

Auch bei diesem Verfahren liegt die kumulative Schwangerschaftsrate nach vier Versuchen bei ca. 60%. Unter optimalen Bedingungen werden Schwangerschaftsraten bei hormonellen Stimulationen und bei Inseminationen bis ca. 20% erzielt. Sie sehen an diesen Zahlen: Eine Garantie für die Schwangerschaft gibt es nicht.


2.) Bis zu welchem Alter ist eine Behandlung möglich?

"Da das Alter der Frau im Rahmen der Sterilitätsbehandlung einen limitierenden Faktor darstellt, sollen Maßnahmen zur künstlichen Befruchtung bei Frauen, die das 40.Lebensjahr vollendet haben, nicht durchgeführt werden.

Ausnahmen sind nur bei Frauen zulässig, die das 45.Lebensjahr noch nicht vollendet haben und sofern die Krankenkasse nach gutachterlicher Beurteilung der Erfolgsaussichten eine Genehmigung erteilt hat." (Richtlinien über ärztliche Maßnahmen zur künstlichen Befruchtung - Der Bundesausschuß der Ärzte und Krankenkassen, Sitzung vom 14.08.1990)


3.) Welche Kosten können für eine Künstliche Befruchtung entstehen? Welche Kosten werden von den Krankenkassen getragen?

Grundsätzlich werden die Kosten für die Leistungen betreffend die Abklärung (Diagnose) ungewollter Kinderlosigkeit sowohl von den gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) wie auch von den privaten Krankenversicherungen (PKV) übernommen.

Seit dem Inkrafttreten des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes zum 01.01.2004 werden die Kosten für die Sterilitätstheapie gesetzlich versicherter verheirateter Paare von den jeweiligen Krankenversicherungen zu 50% getragen und zwar

  • 8 Therapieversuche der Insemination im natürlichen Zyklus (ohne Stimulation)

  • 3 Therapieversuche der Insemination nach hormoneller Stimulation

  • 3 Therapieversuche der extrakorporalen Befruchtung nach dem Standardverfahren (IVF-Befruchtung im Schälchen)

  • 3 Therapieversuche der extrakorporalen Befruchtung mittels ICSI (intrazytoplasmatische Spermieninjektion)

Vor Behandlungsbeginn ist ein Antrag auf Kostenübernahme an die zuständigen Krankenkassen zu stellen. Die Anträge werden von den die Sterilitätstherapie durchführenden Praxen/Kliniken vorbereitet.

Die o.g. Regelungen gelten nur für Patientinnen im Alter zwischen 25-40 Jahren u. für Patienten die das 50.Lebensjahr noch nicht überschritten haben.

Nach Sterilisation und bei unverheirateten Paaren beteiligen sich die gesetz-lichen Krankenversicherungen nicht an den Therapiekosten unabhängig vom Alter des Paares.


4.) Welche Risiken bestehen bei einer Kinderwunschbehandlung?

Die Risiken - Mehrlingsschwangerschaft
In Deutschland dürfen pro Embryonentransfer bis maximal 3 befruchtete Eizellen eingesetzt werden. Die Wahrscheinlichkeit einer Zwillingsschwangerschaft gibt die Statistik dann mit 27%, einer Drillingsschwangerschaft mit 4% an. Die gängige Praxis ist der Transfer von zwei Embryonen. 

Die Risiken -  Eileiterschwangerschaft
Leider kommt es in seltenen Fällen auch zu einer Wanderung der eingesetzten Embryonen in den Eileiter. Solche Komplikationen können jedoch durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen in unserer Praxis und sofortige Therapie minimiert werden.

Die Risiken - Fehlgeburt
Dieses Risiko birgt jede Schwangerschaft - ca. 10-15% aller Schwangerschaften in Deutschland führen zu einer Fehlgeburt. Es gibt keine Erkenntnisse, dass diese Rate durch einen Embryonentransfer erhöht ist.

Die Risiken - Follikelpunktion
Die Follikelpunktion ist ein operativer Eingriff mit eventueller Narkose - mit entsprechenden Risiken. Sehr selten kann es zu Komplikationen und Verletzungen der Nachbarorgane kommen.

Ovarielles Hyperstimulationssyndrom (OHSS)
Um einen hohen Anteil an Eizellen zu gewinnen, werden die Eierstöcke entsprechend stimuliert, was natürlich einer Überproduktion und Vergrößerung der Eierstöcke führen kann. Die Symptome werden Ihnen jedoch während der Behandlung genauestens erläutert und - bei eventuellem Auftreten - eine entsprechende Behandlung eingeleitet.


5.) Welche Therapieverfahren sind in Deutschland nicht erlaubt?

Nicht erlaubt ist laut Embryonenschutzgesetz die Eizellspende (d.h. die Übertragung von befruchteten Eizellen einer Frau in die Gebämutter einer anderen Frau um der Empfängerin zu einer Schwangerschaft zu verhelfen), sowie Leihmutterschaft (Austragen einer Schwangerschaft durch eine "Leihmutter", wobei die Embryonen von einer Eizellspenderin stammen welche das Kind nach der Geburt adoptiert).

Ebenfalls gesetzlich verboten ist die Selektion und Forschung an menschlichen Embryonen. 


6.) Wie kann ich die Kinderwunschbehandlung unterstützen?

Achten Sie darauf, dass Sie gesund leben. Tun Sie sich während der Behandlung besonders viel Gutes:

  • Ein frischer Obstsalat, ein saftiges Steak, ein knackiger Salat - bewahren Sie sich Ihren guten Appetit!

  • Gönnen Sie sich den Schlaf den Sie brauchen.

  • Treiben Sie den Sport den Sie lieben. Mäßig aber regelmäßig.

  • Legen Sie immer wieder mal, auch im Tagesverlauf, eine Entspannungspause ein.

  • Sollte die Behandlung für Sie eine fast unerträgliche seelische Belastung darstellen, zögern Sie nicht qualifizierte psychologische Unterstützung zu suchen. Ihr IVF-Team hilft Ihnen dabei.

  • Rauchen beeinflußt die Ergebnisse der Sterilitätsbehandlung negativ; das ist erwiesen. Reduzieren Sie jetzt Ihren Zigarettenkonsum, oder höhren Sie am besten ganz auf.

  • Nach der Übertragung der Embryonen verzichten Sie auf Alkoholkonsum.

Ganz wichtig sind die bewußt eingelegten Behandlungspausen, in aller Regel ein bis zwei Monate, manchmal auch länger. Behandlungszyklus an Behandlungszyklus stellt für Sie eine große Belastung dar und führt nicht selten zu einer Einschränkung der Reaktionsfähigkeit der Eierstöcke. Außerdem beobachten wir immer wieder in den Pausen spontane Schangerschaften.

Noch eins, auch wenn es Ihnen vielleicht manchmal schwerfällt: Behalten Sie Sich während der Behandlung Ihre Spontanität und Lebensfreude. Verlernen Sie nicht zu lachen. Lieben Sie sich nicht nur nach Plan, sondern vor allem dann, wenn Sie Lust darauf haben.

Die Tage nach dem ausgelösten Eisprung oder nach einem Embryotransfer werden für Sie eine schwierige Zeit. Sie hoffen und Sie bangen. So schwer es Ihnen auch fallen mag - versuchen Sie jetzt, ruhig zu sein, sich zu entspannen. Etwas Besseres können Sie jetzt nicht tun.