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Scratching der Gebärmutterschleimhaut

Ein Embryotransfer im Rahmen einer IVF-Behandlung führt leider nicht immer zur angestrebten Schwangerschaft. Die Implantation eines Embryos in die Gebärmutterschleimhaut ist ein noch immer nicht ganz verstandener komplexer Prozess. Eine Methode zur Verbesserung der Implantation wird dauerhaft in Fachkreisen diskutiert, ob Patientinnen mit mehrfachem Implantationsversagen, trotz Übertragung von Embryonen mit gutem Einnistungspotenzial, vom sog. Scratching profitieren können.

Bei einer vorgesehenen Embryoübertragung wird in der Lutealphase des Vorzyklus die Gebärmutterschleimhaut mittels eines Katheters „angeritzt“. Dazu führt man einen Katheter in die Gebärmutter ein und entfernt etwas Gewebe. Das ist normalerweise schmerzarm und dauert nur wenige Minuten.

Das Anritzen der Gebärmutterschleimhaut führt zu einem Regenerationsprozess des verletzten Gewebes. In der Folge wandern vermehrt weiße Blutkörperchen in das Gewebe ein. Diese weißen Blutkörperchen setzen dann lokal Wachstumsfaktoren und Zytokine frei, möglicherweise werden dadurch auch zusätzlich Gene im Endometrium aktiviert. Diese Vorgänge sollen die Implantation des Embryos in die Gebärmutterschleimhaut erleichtern.

Trotz ermutigender Ergebnisse ist die Wirksamkeit dieses Verfahrens nicht eindeutig bewiesen. Deshalb empfehlen wir das Scratching nicht allen Patientinnen, sondern sehen es als unterstützende Maßnahme bei mehreren erfolglosen Embryotransfers an. 

Insbesondere kann das gewonnene Gewebe 

Endometriumdiagnostik

Das im Rahmen des Scratchings gewonnene Gewebe kann dann in einem Speziallabor 
eingehend untersucht werden. Hierbei werden insbesondere zwei Dinge betrachtet: 

  • Konzentration von "Natürlichen Killerzellen" (uNK) in der Gebärmutter, welche 
    im Rahmen der Einnistung modulierende Eigenschaften haben
  • Konzentration von Plasmazellen, welche auf eine "chronische Endometritis", d. h. auf 
    eine dauerhafte Entzündung der Gebärmuttschleimhaut, hindeutet und eine erfolgreiche
    Einnistung verhindern kann. 

Bei Feststellung von Problemen kann hierauf mit Medikamenten eingewirkt werden. 

In seltenen Sondersituationen kann es zudem interessant sein, die Gebärmutterschleimhaut bei 
wiederholtem Einnistungsversagen, z. B. in "Auftauzyklen", auf eine "Verschiebung des Einnistungsfensters" mit dem sog. ERA-Test (Endometrium Receptivity Assay) hin zu untersuchen.